rund ums Wasser

Wassertest

für Wassergärten, Gartenteiche, Naturbadeteiche, Koiteiche, Schwimmteiche. Wasser und Wasserprobleme, wie z.B. Algenprobleme; Schlafkrankheit bei Koi und anderes. Hier geht es zum Diagnose-Formular...

 

Fachglossar

Begriffe rund um die Wasseranalyse für Schwimmteiche, Koiteiche oder naturnahe Biotope kurz erklärt...

Teichwasser-Test: Leitwertmessung richtig umsetzen

Genau genommen, geht es nicht nur um Leitwertmessung, sondern um die Kontrolle, Feststellung und Wertung der verschiedensten Parameter zur Beurteilung der Wasserqualität.
Dank immer besserer Meßmethoden und Techniken kann heute wirklich jedermann auch ohne spezielle Laborkenntnisse mit Tropf-Indikatoren, Stäbchen oder elektronischen Messgeräten umgehen. Was fehlt, ist mehr die Zuordnung dieser Messergebnisse nach Ursache und Wirkung - also die Erkenntnis, dass, wenn es mit diesem oder jenen Wert so weiter abwärts oder aufwärts geht, irgendwann der Teich ausgestorben ist. Wir behandeln daher möglichst umfassend immer nur einzelne Wasserwerte. So entsteht im Laufe der Zeit eine umfangreiche
Übersicht, auf die im Bedarfsfalle leicht zurückgegriffen werden kann.

Teichwasser verändert sich gegenüber Naturgewässern viel schneller, Graugänse an der Küste, Sobotta-PhotoEin Teichwasser verändert sich gegenüber einem Naturgewässer viel schneller infolge unterschiedlicher Betriebsbedingungen. Diese Veränderungen werden oft auch von allzu naturalistisch gesinnten Natur- und Teichliebhabern belächelt oder nur verdrängt, solange sie ein Witzbold mit der „biologischen Ausrede“ bei Laune hält, dass sich grobe Störungen, wie gewaltige pH-Wert-Sprünge, Algenpolster und dahingammelnde Pflanzen nach Einstellung des „natürlichen biologischen Gleichgewichts“ (was immer darunter verstanden wird) von alleine erholen.
Andererseits sind sie aber stets bitterböse, wenn in einem solchen Teich dann ein Massensterben einsetzt; ein ebenso völlig natürliches Ereignis.
Die Frage nach den Wasserwerten beantwortet dann der so Enttäuschte - um was wollen wir wetten?- mit der Feststellung „die waren in Ordnung - meinen Fischen ging´s bis gestern doch gut“.

Leitwert ist der Gesamtsalzgehalt
aller im Wasser gelösten Salze

Mit Leitfähigkeit bezeichnet man die Summe aller im Wasser gelösten Salze. Bekanntlich leitet Wasser Strom umso besser, je mehr Salze sich darin befinden. Nur mit der elektronischen Leitwertmessung können die Ionen dieser gelösten Salze mit der Maßeinheit Mikro-Siemens erfasst werden.
Die Bedeutung des Gesamtsalzgehaltes ist unbestreitbar, da viele Fische salzarmes Wasser verlangen, Fischeier und Wasserpflanzen sogar noch empfindlicher auf Veränderungen durch Quellungs- bzw. Entquellungsvorgänge darauf ansprechen. Im Teichwasser sollten sowohl die einwertigen Ionen (Natrium, Kalium, Chlorid, Nitrat) als auch die zweiwertigen Ionen (Kalzium, Magnesium, Sulfat) in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander vorliegen.
Bei starker einseitiger Gleichgewichtsverschiebung, z.B. bei sehr veralteten salzarmen Teichgewässern, stockt trotz reichlicher Düngegaben das Pflanzenwachstum und die Pflanzen beginnen zu faulen oder werden gelb (Chlorose). Solche veralteten Wässer (nie Wasserwechsel) weisen dann einen hohen Nitratgehalt auf, der alle anderen Verbindungen übertrifft.

Als Ergänzung zur elektronischen Leitwertmessung muss die Wasserhärte (dGH°) mit herangezogen werden um zu einer verbindlichen Aufschlüsselung zu kommen, etwa nach folgendem Muster: Gesamtsalzgehalt, bestehend aus Karbonathärte, Sulfathärte, restliche Salze (auch als Nichthärtebildner bezeichnet) wie Natrium, Chlorid, Kalium, Phosphat und Nitrat.

Eine „Versalzung“ des Teichwassers findet ständig statt: Verdunstung und Stoffwechselprodukte der Fische erhöhen den Gesamtsalzgehalt kontinuierlich und empfindliche Fische (Koi) reagieren mit starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die dann mangels besseren Wissens zu allem Überfluss mit salzhaltigen Medikamenten oder Kochsalz pur dauerbehandelt werden.
Die Härtemessung (dGH) zeigt übrigens keine Veränderung, weil Kochsalz nicht erfasst wird. Folgender Test beweist dies: Ein Trinkglas wird mit destilliertem Wasser gefüllt und darin 1 TL Kochsalz aufgelöst. Der anschließend dGH-Test zeigt 0 - aber der Leitwertmesser zeigt an, dass dieses Wasser für die Haltung von Süßwasserfischen absolut unbrauchbar wäre.

Schon durch Vergleich des ursprünglichen Ausgangswassers mit dem Istzustand wird die Gefahr einer schädigenden Erhöhung des Gesamtsalzgehaltes erkannt und mit einem Teilwasserwechsel rechtzeitig gebannt. Grundsätzlich sollte der Leitwert gegenüber dem Ausgangswasser (Brunnen- oder Leitungswasser) nicht mehr als 40% erhöht sein.