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Leserbriefe

An: 'Bell Sell' (Okt. 2008)
Betreff: O2 Teichclean

Hallo Herr Sobotta!
Vielen Dank für die Übersendung Ihres Produktes O2-Teichclean.
Dieses ist gestern angekommen und ich habe es direkt gestern Abend eingesetzt.
Schwimmteich mit ca. 100m² Oberfläche und starkem Fadenalgenwachstum.
Im Laufe des Abends sind jede Menge Algen aufgeschwommen und ich durfte den Skimmer mehrfach reinigen.
Über Nacht habe ich dann den Skimmer ausgeschaltet und lediglich eine zusätzliche Pumpe für die Durchströmung eingesetzt.
Heute Morgen waren die gesamten Algenteppiche stark in Auflösung. Gegen 8:00 Uhr haben wir dann den Teich mit einem leistungsstarken Sauger abgesaugt.
Die Algenteppiche ließen sich problemlos und rückstandslos vom Teichboden und auch [...] aus den Kiesschüttungen beseitigen.
Das Produkt hat wirklich sehr gute Arbeit geleistet! Vielen Dank nochmals für die [...] prompte Übersendung [...] .
Mit freundlichen Grüßen/Best regards,
i. V. W.

 

Frau und Herr Wernicke, Harburg:
Wir sind begeisterte Gartenfreunde und besitzen seit 5 Jahren einen überwiegend überdachten Teich von rund 30.000 Liter Wasserinhalt mit sehr schönen Koi, die in letzter Zeit ihr Verhalten geändert haben; sie nehmen nicht mehr so gierig Futter auf und stehen oft mit Schaukelbewegungen an der Oberfläche. Bei unseren regelmäßigen Besuchen in einem nahen Gartencenter testen wir immer unsere Teichwasser an einem dort aufgestellten Wasseranalysegerät.
Bis vor kurzem schien alles in Ordnung. Nun fiel uns auf, dass das
Gerät den Leitwert nicht mehr misst. Der nette Verkäufer erklärte uns, dass die Anzeigekapazität überschritten sei, weil der Salzgehalt meines Teiches sehr hoch wäre. Ich kann das nicht glauben, weil ich regelmäßig das verdunstete Wasser durch Regenwasser ersetze. Was meinen Sie?

Antwort:
Regenwasser hat zwar nur einen sehr geringen Restsalzgehalt - aber selbst wenn Sie mit destilliertem Wasser den Teich auffüllen, würde sich der Gesamtsalzgehalt erhöhen. Das liegt daran, dass bei der Verdunstung "nur" reines Wasser ohne jegliche Salz- und Härtebildner entweicht. Die verbleiben im Teich und erhöhen den Leitwert immer extremer, vergleichbar einer über Stunden köchelnden Nudelsuppe, wo Wasserdampf entweicht, die Nudeln aber im Topf verbleiben. Während die Menge der Nudeln im Topf wenigstens gleich bleibt, erhöht sich im Teich der Salzgehalt allerdings weiter. Hier hilft nur regelmäßiger Teilwasserwechsel und zwar immer dann, wenn der Leitwert gegenüber dem Ausgangswasser um mehr als 30-40% gestiegen ist.

Algenprobleme

A. Both, Namibia:
Hallo, vielleicht können sie mir bei der wasserqualität meines Fischteiches helfen, der ist ca. 20000 L gross mit einem besatz von koi u. goldfischen. gefiltert wird das wasser durch einen sandfilter dann läuft es durch eine uv lampe und danach durch einen biofilter mit bioballs und filterschaumstoff, das wasser läuft dann über ein ca. 40 m angelegten bachlauf zurück in den teich, angetrieben wird das wasser von einer ziehmlich starken pumpe die ca.15 qubic/h umwälzt, die pumpe läuft von morgens 7 uhr bis abends um 21 uhr. das wasser kommt aus unserem brunnen und ist sehr kalkhaltig. ich sauge den grund des teiches 1 mal im monat ab und den fischen gehts gut nur mit meiner wasserqualität bin ich unzufrieden, das wasser ist etwas grünlich trüb und nicht schön klar, was kann ich dagegen tun. ich würde ihnen auch gern mal ne wasserprobe schicken aber ich weiss nicht ob das sinn macht ich wohne in namibia, vieleicht können sie mir auch so tips geben. vielen dank.

Antwort:
Sehr geehrter Herr Both,
vielen Dank für Ihre Zuschrift. Wenn ich jetzt etwas weiter aushole, so aus dem Grund, weil die von Ihnen beschriebenen Symptome gängiges Thema für viele Anfragen und Beratungsgespräche bei uns sind.

Sie beschreiben das Wasser Ihres Teiches als grünlich-trüb und das ist eindeutig eine Folge von einem Überangebot an Nährstoffen, hier insbesondere des Phosphors, was zwangsläufig zur Bildung von Trübung verursachenden Schwebealgen führt.
Phosphat kann aus einem Fischteich nicht entfernt werden; allenfalls durch Wasserwechsel mit phosphatfreiem Füllwasser. Aber das wäre nur ein kurzfristiger Erfolg, da bei der Verdauung von Fischfutter durch Ihre Teichfische wiederum Phosphat ins Teichwasser gelangt. Man kann Phosphat allerdings durch Zugabe von an Calzium gebundenem Sauerstoff in eine unlösbare Form überführen (siehe Oxy-Kalk aus dem Teichline-Programm von BellSell). Damit steht es als Nährstoff nicht mehr zur Verfügung. Auch eine so genannte „Fällung“ mit einem entsprechenden Mittel (Kristall Klar aus dem Teichline-Programm von BellSell) verbessert schlagartig die Sichttiefe. Wenn das Wasser nach der Zugabe der beschriebenen Mittel klar ist, kommt es allerdings in aller Regel zur Bildung von Fadenalgen.
Abhilfe kann man durch mehrere Möglichkeiten schaffen:
Abschattung; z.B. durch schwimmende Pflanzeninseln und/oder Sonnensegel. Da Sie in Namibia ja erheblich mehr Sonnentage haben als wir hier in Deutschland, ist gerade die Abschattung eine wichtige Vorgehensweise. Wenn das nicht möglich ist, hilft auch der Einsatz von Teich-Humin (Glossar:Torf/Teich-Humin, siehe dort) durch unterschiedliche Wirkungsmechanismen: die enthaltenen Humine verändern die Redoxspannung, senken den pH-Wert und filtern die Lichtintensität. Darauf reagieren Fadenalgen sehr empfindlich und verschwinden. Allerdings wird sich wegen des beschriebenen kalkhaltigen Wassers der pH-Wert durch Humine kaum in den für Algen unverträglichen leicht sauren Bereich von unter 7 drücken lassen. Dafür wäre ein bewachsener Bodenfilter besser geeignet, weil durch die dort in großer Menge vorhandenen Mikroorganismen sehr viel Kohlensäure beim Umbau organischer Schmutzfrachten produziert wird. Bekanntlich macht ja die Kohlensäure das Wasser „sauer“ – und das mögen wiederum Algen überhaupt nicht.

Übrigens: Gerade Koiteiche „leiden“ sehr häufig an Kohlensäuremangel. Der Grund liegt darin, dass bei der hohen Pumpen-Umwälzleistung und Bewegung zwar Sauerstoff eingetragen, dafür aber die dringend benötigte Kohlensäure ausgetrieben wird.
Die Folge ist dann immer ein hoher pH-Wert, der dann das Algenwachstum weiter animiert und dabei den pH-Wert an sonnigen Tagen infolge des Verbrauchs von Kohlensäure durch Algen und Pflanzen deutlich über 9 ansteigen lässt. Liegen jetzt in gut besetzten Koi- oder Fischbecken hohe Ammoniumwerte vor, spaltet sich sofort fischgiftiges Ammoniak ab und es kommt im ungünstigsten Fall zu einem Fischsterben.

Infolge der heutigen Bau- und Betriebsweise von Teichen mit fehlendem Bodengrund und Filtertechniken mit enormem Wasserdurchsatz zeichnete sich bisher nicht einmal ansatzweise eine brauchbare Lösung aus diesem Dilemma ab. Das kann sich jetzt ändern, da ausgerechnet die Betriebsweise des naturnahen Schwimmteich-Systems BELLvital sich als hervorragende Alternative zu mechanischen Filterprodukten in langjährigen Versuchen herausgestellt hat. Der zum modularen System gehörige Wandfilter kann nämlich auch extern als bepflanzter Bodenfilter betrieben werden. Und ein Bodenfilter lässt sich, sofern Sie den Platz haben, auch nachträglich in Teichnähe einbauen. Auf diese Weise könnten Sie z.B. auch mit erheblich weniger Energiekosten rechnen und machen sich nicht abhängig von zu viel Technik. Näheres zum BELLvital-System erfahren Sie auf der Site www.bellsell.de.
Wie Sie das System für den Bau eines Koiteiches oder auch für die Planung und den nachträglichen Einbau eines externen Bodenfilters nutzen, erfahren Sie in Kürze auf unserer Site.

Sie berichten weiter, dass sich eine UV-Lampe im Einsatz befindet. Ein solches Gerät soll normalerweise die Bildung von Schwebealgen verhindern. Hier wäre zu prüfen, ob das Leuchtmittel möglicherweise überaltert ist und ausgetauscht werden muss.
Allerdings stellen wir häufig fest, dass bei Dauereinsatz von UV trotzdem der Wuchs von Schwebealgen nicht ausgeschlossen ist. Offensichtlich bilden sich im Laufe der Zeit resistente Formen von Algen, und denen macht dann eine UV-Bestrahlung nichts mehr aus.

Ein Fehler ist es natürlich, die Pumpe nur zeitweise laufen zu lassen, da dann das Filtersystem und die daran beteiligten Nitrifikationsbakterien nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden und absterben (siehe Glossar „Nitrit“). Unsere Vermutung ist allerdings, dass die genannten Bakterien gar nicht am Filtergeschehen beteiligt sind, die Wirkungsweise also ein rein mechanisches Schnellfilterverfahren ist, da es sonst eigentlich schon zur Katastrophe hätte kommen müssen.

Wir hoffen, Ihnen und dem interessierten Leser mit diesen Tipps etwas geholfen zu haben und freuen uns auf weitere Zuschriften. Auch werden wir versuchen, unsere Antworten nicht nur nach Gesichtspunkten des Marketing auszurichten. Vielmehr ist uns daran gelegen, in wasserchemische Zusammenhänge einzuführen und bestehende Erkenntnisse und Naturgesetze zu respektieren.

Mit freundlichen Grüßen aus Langwedel,
Ihre Rebecca Kandler